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Datenbanksuche für Unternehmer

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Belastende Tätigkeiten

Mit dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Sie der Gesetzgeber dazu, die Gefährdungen für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ermitteln und zu beurteilen ( § 5 Arbeitsschutzgesetz ). Hierzu zählen auch die Gefährdungen für Rücken und Gelenke.

Doch welche Tätigkeiten sind für Rücken und Gelenke belastend?


1. Tätigkeiten mit manueller Lastenhandhabung

Arbeiter hebt Lasten

Lastenhandhabungen ohne technische Hilfsmittel können – bei entsprechend hoher Belastung – zu schmerzhaften Erkrankungen des Rückens und der Gelenke führen. Beispiele für manuelle Lastenhandhabung sind das Heben, Halten, Tragen und Absetzen von Lasten per Hand, aber auch das Schieben, Ziehen oder sonstige Bewegen von Lasten durch menschliche Körperkraft.

Die Lastenhandhabungsverordnung sieht im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung vor, Arbeitsplätze besonders im Hinblick auf den manuellen Umgang mit Lasten zu beurteilen und gegebenenfalls Erleichterungen dieser Arbeiten vorzunehmen. Die Verordnung enthält jedoch keine konkreten Werte darüber, wie schwer Lasten maximal sein dürfen, wenn sie gehoben, getragen oder anderweitig bewegt werden sollen. Ausnahmen gelten für werdende Mütter ( § 4 Mutterschutzgesetz ) sowie für Kinder und vollzeitschulpflichtige Jugendliche ( § 2 der Kinderarbeitsschutzverordnung ).


2. Tätigkeiten mit erzwungenen Körperhaltungen („Zwangshaltungen“)

Flughafenarbeiter in Zwangshaltung

Zwangshaltungen am Arbeitsplatz entstehen immer dort, wo die Tätigkeit, das Arbeitsmittel oder die Gestaltung des Arbeitsplatzes den Menschen dazu zwingen, Körperhaltungen mit geringen Bewegungsmöglichkeiten über eine längere Zeit hinweg einzunehmen.

Belastungen für Rücken und Gelenke ergeben sich dabei z. B. durch statische Haltearbeit, extreme Gelenkwinkelstellungen, Durchblutungsstörungen oder Druckeinwirkungen.

Die am häufigsten in der Arbeitswelt vorkommenden Zwangshaltungen sind:

  • Lang anhaltendes Sitzen, z. B. Mikroskopier- oder Uhrmachertätigkeiten,
  • Lang anhaltendes Stehen, z. B. Verkaufspersonal, Friseure, Arbeiten im Operationssaal,
  • Arbeiten im Hocken, Knien, Fersensitz, Kriechen oder Liegen, z. B. Estrichleger, Pflasterer, Installateure,
  • Arbeiten über Schulterniveau, z. B. Maler, Putzer, Automobilmonteure,
  • Arbeiten in starker Rumpfbeuge, z. B. Maurer, Eisenflechter.


3. Tätigkeiten mit erhöhter Kraftanstrengung oder Krafteinwirkung

Bauarbeiter

Diese Belastungen werden durch das Aufbringen bzw. das Einwirken erhöhter Kräfte geprägt. Ausgenommen hiervon sind die bereits oben genannten Lastenhandhabungen.

Typische Tätigkeitsbereiche für diese Belastungsformen sind:

  • Schwer zugängliche Arbeitsstellen, z. B. Steigen, Klettern,
  • Einsatz der Hände als Werkzeug, z. B. Klopfen, Drücken,
  • Kraft-/Druckeinwirkung bei der Bedienung von Arbeitsmitteln, z. B. Bohren, Stemmen.


4. Repetitive (sich ständig wiederholende) Tätigkeiten mit hohen Handhabungsfrequenzen

Arbeiter am Band

Als „repetitiv“ werden Tätigkeiten bezeichnet, bei denen gleiche oder ähnliche Arbeitszyklen immer wieder durchgeführt werden. Dabei können Muskeln und Sehnen durch die gleichförmigen Bewegungen überlastet werden. Besonders häufig beansprucht sind die Schulter-, Ellenbogen- und Handgelenke.

Die Beanspruchung verstärkt sich erheblich bei gleichzeitig hoher Kraftanstrengung und durch extreme Gelenkbewegungen. Typischerweise treten repetitive Tätigkeiten an Bandarbeitsplätzen auf.


5. Tätigkeiten mit Einwirkung von Hand-Arm- oder Ganzkörperschwingungen

Baumfäller

Tätigkeiten mit Hand-Arm-Schwingungen (durch handgeführte oder handgehaltene Arbeitsmaschinen, z. B. Abbruchhämmer, Stampfer, Bohrer) oder mit Ganzkörperschwingungen, z. B. beim Fahren von Gabelstaplern, Erdbaumaschinen und Ladern, stellen eine eigene Form von Belastungen dar, auf die in dieser BG-Information nur am Rande hingewiesen wird.


Ab wann wird von einer Gefährdung gesprochen?

Der menschliche Körper ist von seiner Bestimmung her für zeitweilige Bewegung auch in ungünstigen bzw. extremen Positionen ausgelegt. Auch das Aufbringen von Kräften innerhalb seiner Möglichkeiten wurde von der Natur für den Menschen vorgesehen. Daher sagt das alleinige Vorkommen einer oder mehrerer der oben angeführten Tätigkeiten noch nichts über die Höhe der Beanspruchung und die damit verbundene Gefährdung für Rücken und Gelenke aus.

Neben dem Erkennen der belastenden Tätigkeiten ist also besonders die Intensität, die Dauer und die Häufigkeit der Belastungen zu ermitteln, um Gefährdungen für Rücken und Gelenke zu erkennen und zu beurteilen.


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