Eine Präventionskampagne der

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10. November 2015: Häusliche Pflege: Rücken entlasten

Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken" gibt Tipps zur rückengerechten häuslichen Pflege

Angehörige hilft pflegebedürftiger Person beim Aufstehen aus dem Bett

Viele pflegende Angehörige sind gerade zu Beginn der Pflegesituation hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Ihnen fehlen häufig noch Erfahrungen, Wissen und Unterstützung, um mit ihren Kräften haushalten zu können. Das kann insbesondere für den Rücken schmerzhafte Konsequenzen haben. Die Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken" gibt Pflegepersonen sechs Tipps, die den Rücken entlasten:

  • Hilfsmittel nutzen: Pflegende Angehörige haben Anspruch auf eine Reihe von Hilfsmitteln, die ihre körperliche Belastung reduzieren. Die Pflegekassen beraten kostenfrei, welche Hilfsmittel für die individuelle Pflegsituation sinnvoll sind. Achtung: Grundsätzlich dürfen diese nur nach einer sach- und fachgerechten Einweisung angewendet werden, damit sie weder die Pflegenden noch die Pflegebedürftigen schädigen.

  • Rückengerechte Arbeitshöhen einstellen: Ob Bett, Bügelbrett oder Küche, viele Möbel sind höhenverstellbar. Sind sie richtig eingestellt, helfen sie Pflegenden dabei, sich seltener bücken oder den Rücken krümmen zu müssen.

  • Arbeitsabläufe organisieren: Eine gute Planung der Bewegungsabläufe hilft dabei, unnötige Wege und Belastungen zu vermeiden. Zum Beispiel: Pflegesachen am Einsatzort griffbereit hinstellen oder den Pflegebedürftigen die Schuhe vor dem Transfer bereits im Bett anziehen.

  • Stolperfallen vermeiden: Stolpern, Rutschen, Stürzen gehören zu den häufigsten Unfallarten während der häuslichen Pflege. Pflegende Angehörige können Unfallgefahren vermeiden, indem sie die Wege in der häuslichen Umgebung frei halten und möglichst viel Bewegungsfreiraum für die Pflegehandlung schaffen.

  • Auf das richtige Schuhwerk achten: Geschlossene Schuhe, die beim Tragen nicht hin und her rutschen, geben mehr Standsicherheit und entlasten die Rückenmuskulatur. Dies gilt übrigens auch für die pflegebedürftigen Personen.

  • Gymnastik machen: Regelmäßige Bewegungspausen während der Pflege helfen, die Rückenmuskulatur zu lockern und zu stärken. Pflegende Angehörige finden Anregungen für Ausgleichsübungen zum Beispiel hier sowie auf der Website der Aktion "Das sichere Haus" unter http://das-sichere-haus.de/broschueren/pflegende-angehoerige .

"Sehr wichtig ist auch der Hinweis, dass pflegende Angehörige die vorhanden Fähigkeiten der Pflegebedürftigen nutzen sollten" empfiehlt Martin Schieron von der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. "Alleine in das Bett ein- und aussteigen, Kleidung an- und ausziehen, Schuhe binden, essen: Pflegende Angehörige sollten darauf achten, die Selbständigkeit der Pflegebedürftigen so lange wie möglich zu erhalten. Dies fördert nicht nur Selbstwertgefühl und Restmobilität, sondern entlastet auch die Rücken der pflegenden Angehörigen."

Weitere Informationen geben auch die folgenden Broschüren für pflegende Angehörige: Broschüre der Kampagne "Denk an mich. Dein Rücken" und http://das-sichere-haus.de/broschueren/pflegende-angehoerige .

Hintergrund "Denk an mich. Dein Rücken"

In der Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken" arbeiten die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und die Knappschaft zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Rückenbelastungen zu verringern.


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